Situationsansatz – Aufgaben der Erzieherin

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Die Erzieherin definiert sich im Situationsansatz in erster Linie als Begleiterin und Beobachterin, aber sie ist auch Entdeckerin, Forscherin und Partnerin der Kinder.
Die Erzieherin hat die Aufgabe den Kindern die Möglichkeit zu bieten, sich zu autonomen, solidarischen und kompetenten Persönlichkeiten zu entwickeln.

Die Erzieherin hat die Aufgabe aus den verschiedene Situationen der Kinder „Bildungsinhalte“ herauszufiltern, also die Themen zu finden, die methodisch erarbeitet werden sollen. Die Behandlung der Themen soll den Kindern Lerninhalte, Kompetenzen, Fertigkeiten und Erfahrungen vermitteln, die für ihr Leben nützlich sind.
Die Erzieherin nimmt auch Fragen und Probleme der Kinder wahr und löst diese mit den Kindern zusammen. Sie ist zudem immer auf der Suche nach „Schlüsselsituationen“, die für die kindliche Entwicklung bedeutungsvoll sind.
Die Erzieherin sorgt dafür, dass die Kinder Erlebnisse haben und den Alltag mitgestalten, um so Neues zu lernen. Denn gerade im alltäglichen Handeln lernen die Kinder für das Leben. So lernen sie auch Werte und Normen im Alltag ungezwungen kennen.
Die Kinder sollten immer in „realen“ Situationen lernen und nicht in künstlich konzipierten. Denn nur wenn die Situation und der Lerninhalt einen Bezug zu dem Kind haben, lernt es effektiv und nachhaltig.
Die Erzieherin sorgt also dafür, dass die Kita nicht eine „Insel“ in der Wirklichkeit ist, sondern integriert das Leben „draußen“ in den Kita-Alltag. Dazu würden z.B. Ausflüge, Besuche bei Kindern zu Hause, Erwachsene einladen usw. gehören. In jedem Fall sollen die Kinder lernen, auch mit anderen Erwachsenen, als den Eltern und Erziehern, zu kommunizieren.

Eine weitere große Aufgabe der Erzieherin ist die Elternarbeit. Die Eltern und Erzieher sollen miteinander kooperieren und gemeinsam das Kind „erziehen“. Die Eltern sollen ebenfalls am Alltag in der Kita beteiligt sein und nicht das Gefühl haben „außen vor“ zu sein.
Ebenso sollen die Kinder lernen, dass Situationen veränderbar sind. Daher sollte man immer spontan und flexibel bleiben und den Kindern eine altersgemäße Mitbestimmung ermöglichen. Denn etwas verändern zu können und somit Erfolge zu erleben ist für ein positives Selbstkonzept unbedingt notwendig.
Für dieses zuletzt erläuterte Ziel des Situationsansatzes ist die Kinderkonferenz ein typisches Beispiel.

Die Erzieher sollten in ihrem pädagogischen Handeln, in Projekten, Angeboten und Aktionen immer überlegen, ob wirklich die drei großen Leitziele des Situationsansatzes berücksichtigt werden.
Denn Solidarität, Autonomie und die Kompetenzen des Kindes stehen im Vordergrund der Pädagogik und jedes Handeln sollte diese drei Bereiche berücksichtigen.

Ein Kommentar

  1. Watt bin isch froh, daß ich nicht Erzieherin bin sondern Erzieher, da kann ich das ganze ja doch viel lockerer angehen: jedes Kind hat das Recht auf ein aufgeschlagenes Knie! (Titel eines Vortrags auf dem 2. Fachtag „Männer in Kitas“ 2009 in Hannover)
    Liebe Grüße an alle Erzieherinnen und Erzieher:
    Seid keine Erfüllungsgehilfen für die Projektionen von Helikoptereltern
    Möge die Macht mit Euch sein
    Stoffel

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